2009-08-12
Autor Andreas Bulling

Süßen noch nie so gut

Bundesliga-Triathleten mit Rang acht im Endklassement

NWZ-Artikel vom 20.07.2009

Dass Triathlon mehr ist als Schwimmen, Radfahren und Laufen musste das WMF-BKK-Team AST Süßen beim Abschlusswettkampf der Triathlon-Bundesliga in Offenburg erfahren. Doch trotz Dornen und Glasscherben erkämpften sich die Dreikämpfer Platz acht.

„Blut, Schweiß, Tränen“, die berühmten Worte Winston Churchills passen auf den Wettkampf der Süßener Triathleten am Samstag in Offenburg – und zwar genau in dieser Reihenfolge. Julian Mutterers Füße bluteten bereits vor dem Start. Der Schweiß floss, obwohl die Temperaturen während des Wettkampfs wenig sommerlich waren. Die Tränen der Freude kamen zum Schluss, als klar war, dass man das Triathlon Team Witten vom achten Platz in der Abschlusstabelle verdrängen konnte.

Dass dies so kam, dafür sorgten insbesondere Paul Reitmayr und Julian Mutterer. Sie kämpften bis zur letzten Sekunde im Zielkanal und machten die entscheidenden Plätze im abschließenden 5 Kilometer-Lauf gegenüber den Wittenern gut. Dabei gab´s die erste Schrecksekunde vor dem Start, als Julian Mutterer auf dem Weg zum Schwimmstart in Glasscherben getreten war. Zeit für eine Wundversorgung blieb nicht, das Rennen ging los: Nach neuneinhalb Minuten für die 750 Meter kamen die Ersten bereits aus dem Gifizsee wieder an Land, unter ihnen der Weltmeister von 2007, Daniel Unger. Die fünf Süßener folgten eine halbe Minute später im vorderen Mittelfeld.

Hinter der Spitzengruppe um Unger, Prochnow, Rank und Vasiliev bildeten sich zwei Verfolgergruppen auf dem Rad, die sich nach drei von vier Radrunden zusammenschlossen. Unter ihnen alle Süßener, bis auf Christian Nairz. Er hatte sich einen Dornenzweig eingefangen und musste bereits früh mit einem lädierten Reifen ausscheiden. Die Rennentscheidung fiel auf der Laufstrecke. Daniel Unger, der für die 20 Kilometer auf dem Rad nur 29:51 Minuten benötigte, holte sich nach weiteren 15:44 Minuten den Tagessieg. Nach 55:14 Minuten überquerte er die Ziellinie und sicherte seinem Hansgrohe Team Schwarzwald den Tageserfolg. Den Meistertitel der Triathlonbundesliga holte das Team aus Buschhütten, dem Rang drei der Tageswertung reichte.

Die Süßener kamen nicht lange nach der Spitze ins Ziel. Während der Wechsel vom Rad auf die Laufstrecke nicht optimal geklappt hatte, lief es dann umso besser. Für das Team war zu diesem Zeitpunkt klar, dass der achte Tabellenplatz greifbar war. Die hinter ihnen platzierten Hannoveraner waren bereits abgefallen, so dass hier keine Gefahr drohte, aber die besser platzierten Wittener hatte man sich ins Visier genommen. Julian Mutterer legte aus der Wechselzone heraus ein hohes Tempo vor, und den Betreuern wurde deutlich, was die Glasscherben hinterlassen hatten – der Radschuh, wie später auch sein Laufschuh, war blutverschmiert. Auch Paul Reitmayr drückte aufs Tempo. So sehr, dass beide nach 16:52 beziehungsweise 16:53 Minuten noch zwei Wittener Athleten vor der Ziellinie abfangen konnten. Reitmayr kam in 57:36 Minuten auf Rang 29, und Mutterer wurde eine Sekunde dahinter 30. Es folgten Sebastian Veith als 42. (58:49 Minuten) und Simon Hauser in 59:10 Minuten als 46.

Damit konnten sich die Süßener den 8. Platz in der Tageswertung erkämpfen und die Wittener von demselben in der Abschlusstabelle verdrängen. Für das WMF-BKK-Team AST Süßen das beste Ergebnis seiner Bundesligageschichte. Jetzt stehen für die Triathleten noch diverse Einzelrennen an, so wird Paul Reitmayr noch im Weltcup und Julian Mutterer im Europacup starten. Der Betreuerstab um Jochen Frech und Martin Büchler denkt indes schon an die Saison 2010, deren Trainingsauftakt am 24. Oktober beginnt. Dann möglicherweise auch mit einem Bundesliga-Frauenteam.