2012-04-19
Autor Jenny Mess

Michael Wetzel startet am Wochenende beim Ironman Südafrika

Nach zahlreichen Trainingskilometern im winterkalten Ermstal startet der Neuhäuser Profi-Triathlet Michael Wetzel am 22. April beim Ironman Südafrika in Port Elizabeth in die neue Saison.

Michael Wetzel

Bild: Michael Wetzel

Erst im November des vergangenen Jahres hatte Michael Wetzel mit dem Ironman Cozumel in Mexiko die Saison beendet und doch kann er kaum mehr den ersten Startschuss der neuen abwarten. Anders als die meisten seiner Profikollegen hat er im kalten Deutschland überwintert. Nur eine Woche Trainingslager auf Mallorca gönnte sich der Jungprofi und nahm ansonsten mit dem Ermstäler Winter vorlieb.
Glücklicherweise war der in diesem Jahr relativ schneearm, sodass Wetzel völlig ohne gesundheitliche Beschwerden durchkam und mit ausreichend Trainingskilometern in die Saison starten kann.
Laut eigener Aussage war er "noch nie so früh im Jahr so fit." Die bisherigen Tests bei den Alb-Gold-Winterläufen haben schon ein Ansteigen der Formkurve gezeigt, dennoch wird sich erst in Südafrika herausstellen, ob die harte Grundlagenarbeit sich auszahlt. Der so früh gewählte Saisoneinstieg ist dem neuen Qualifikationssystem für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii geschuldet. Momentan liegt Wetzel im Kona-Pro-Ranking mit 400 Punkten auf Platz 174, auf Hawaii gibt es für die männlichen Profis jedoch nur 50 Startplätze.
Um die nötigen Punkte bis zum Stichtag zu sammeln, hat sich der 27-Jährige unter anderem den Ironman Germany in Frankfurt und das Ironman-Rennen in New York vorgenommen. Bei der Auswahl der Wettkämpfe lag sein Hauptaugenmerk auf dem jeweiligen Termin, aber auch die Zahl der dort ausgelobten Punkte spielte eine Rolle.

Aufgrund des sich ständig verschiebenden Rankings fällt es sehr schwer einzuschätzen, wie viele Punkte am Ende nötig sein werden, um das Ticket nach Hawaii zu lösen, dennoch ist Wetzel guter Dinge. "Ich denke, es werden mehr Punkte nötig sein als im vergangenen Jahr, bin aber zuversichtlich, dass ich diese bis zum zweiten Cut-Off zusammenkriege." Die ersten Punkte kann er noch aus Cozumel mitnehmen, den nächsten Schritt zur Qualifikation möchte er in Port Elizabeth gehen. Keine Zeitumstellung und das in Südafrika herrschende Herbstwetter erleichtern dem Triathlon-Profi die Akklimatisierung.
Doch auch im Herbst zeigt das Thermometer in Südafrika seltenst weniger als 20 Grad an. Um sich darauf und auf die unbekannten Strecken einzustellen, wird er sich eine Woche Zeit nehmen. Schon heute steigt er in den Flieger nach Port Elizabeth, während er noch gestern Besuch von der Nationalen Anti Doping Agentur bekam, die auch den Jungprofi regelmäßig kontrolliert.
Die bereits achte Auflage des Rennens lockt 35 Profis und über 1700 Altersklassenstarter in die Stadt. Der Vorjahreszweite Andreas Boecherer aus Freiburg wird derzeit als heißester Siegeskandidat gehandelt, doch auch Markus Fachbach (ebenfalls Deutschland) und Mike Aigroz (Schweiz) haben gute Aussichten.
Michael Wetzel traut sich dabei eine Platzierung unter den ersten Fünfzehn zu und träumt insgeheim von den Top 10. Die Ironman-Strecke in Südafrika ist sehr stark wetterabhängig. Angefangen bei der Schwimmstrecke in der Nelson-Mandela-Bucht, die bei schlechten Windverhältnissen mit 3,8 wellenreichen Kilometern aufwartet. Auch auf der relativ flachen Radstrecke kann der Wind entscheidend sein. Bei starkem Gegenwind hat Wetzel schon alleine wegen seiner Größe mehr zu kämpfen als ein Durchschnittsprofi. Der höchste Punkt der dreimal zu fahrenden 60-Kilometer-Runde liegt bei 183 Meter, beinahe zu wenig Höhenmeter für den Ermstäler. Auf dem Rad habe er sich über den Winter verbessert und geht davon aus, dass sich das auch in der Radzeit niederschlagen wird. Die abschließende 42,2 Kilometer lange Laufstrecke ist komplett flach und damit höllisch schnell. Solche Laufstrecken haben sich für Wetzel bewährt, und anhand seiner Trainingserfahrungen rechnet er mit einer Marathonzeit von unter drei Stunden. Stimmt die Form und alles läuft nach Plan, sollte die Uhr bei dem Zieleinlauf in Südafrika 8:45 Stunden anzeigen.