2012-06-13
Autor Simon Weißenfels

Zwei Europameisterinnen für das WMF BKK-Team AST Süßen ? Julia Gajer gewinnt die Challenge Kraichgau

Julia Gajer gewinnt in einem Herzschlagfinale die Challenge Kraichgau und sichert sich den EM-Titel auf der Triathlon-Halbdistanz – Judith Mess Europameisterin der Altersklasse 20-24

Wenn ein Triathlon-Rennen nach mehr als vier Stunden Renndauer auf dem letzten Kilometer entschieden wird, ist dies sowohl eine Zeichen für eine kluge Renneinteilung der Athleten, als auch für die Qualität und Ausgeglichenheit eines Starterfeldes, so wie es bei der Challenge Kraichgau zu sehen war, in dessen Rahmen in diesem Jahr die Europameister auf der Triathlon-Halbdistanz (1,9km Schwimmen / 90km Rad / 21km Laufen) gekürt wurden.
Unter den 11 Athleten aus dem Kreis war es die Vorjahreszweite Julia Gajer, welche ein Jahr nach ihrem internationalen Durchbruch und dem Sieg Ende Mai beim Ironman 70.3 St. Pölten nun auch im Kraichgau an die Spitze und zum EM-Titel stürmen wollte. Das Starterfeld bei Männern und Frauen war so gut besetzt wie noch nie im Kraichgau und nach dem Schwimmen war es die Dänin Line Jensen, die nach 23:23min mit der Spitzengruppe der Männer aus dem Hardtsee stieg und den Verfolgern um Julia Gajer bereits einen überraschend deutlichen Rückstand von knapp drei Minuten aufgebrummt hatte.
Die Dänin, sicherlich die Überraschung des Tages, fuhr auf dem welligen Radkurs durch den Kraichgau weiter beherzt und baute ihren Vorsprung auf bis zu sechs Minuten aus. Der Verfolgungsarbeit von Julia Gajer und weiteren Top-Athletinnen um die Vorjahressiegerin Yvonne van Vlerken war es geschuldet, dass der Abstand gegen Ende des Radfahrens ein wenig zusammenschmolz.
Gemeinsam mit der Französin und späteren Dritten Delphine Pelletier lief Gajer nach einer Radzeit von 2:29h an Position zwei aus der Wechselzone und machte sich in ihrer Paradedisziplin daran, auf dem abschließenden Halbmarathon die 4:30 Minuten Rückstand auf Line Jensen noch zu verringern.
Wer jedoch auf einen Einbruch der Dänin gehofft hatte, sah eine beherzt laufende Führende, welche im Laufe der ersten 10 Kilometer nur eine Minute auf die mittlerweile allein laufende Gajer verloren hatte und immer noch deutlich auf Siegkurs war.
Julia Gajer, die in Vorbereitung auf ihren Saison-Höhepunkt bei der Challenge Roth am 8. Juli natürlich ihre Stärken in der Länge des Rennens sah, rückte im Verlauf der weiteren Laufkilometer immer näher an die Dänin heran und hatte zu Beginn der letzten der drei Laufrunden nur noch einen Abstand von 2:30 Minuten. „Nach der ersten Laufrunde wusste ich, dass Julia es schaffen kann“, sagte ihr Trainer Jochen Frech später in einem Interview. Mit demselben Optimismus kämpfte die neue deutsche Triathlon-Hoffnung vom WMF BKK-Team AST Süßen darum ihren Kilometer-Schnitt weiter unter 4 Minuten zu halten. Schließlich gelang es der 29jährigen tatsächlich einen Kilometer vor dem Ziel die Dänin einzuholen und bis ins Ziel einen Vorsprung von 38 Sekunden herauszulaufen. Mit einer Endzeit von 4:20:09h und einer Laufzeit von 1:21h auf dem abschließenden Halbmarathon, gewann Julia Gajer schließlich das Rennen und ist somit die neue Europameisterin über die Triathlon-Halbdistanz.

Den zweiten EM-Titel des Tages gewann Judith Mess, ebenfalls im Süßener Trikot, die wieder einmal von ihrer außerordentlichen Laufstärke profitierte. War sie noch auf Platz 29 aus dem Wasser gewonnen, so arbeitete sie sich auf der Radstrecke aber vor allem wieder einmal durch eine hervorragende Leistung auf dem abschließenden Halbmarathon (1:28h) an die Spitze ihrer Altersklasse. Nach 4:49:54h lief Mess als Gesamt-18. und neue Europameisterin der Klasse der 20-24Jährigen über die Ziellinie, ein erster großer internationaler Erfolg für die Studentin aus Bad Urach.

Aufgrund seines Wechsels zu den Profis, konnte der amtierende Europameister der Klasse 20-24 bei den Männern, Julian Mutterer, seinen Titel nicht verteidigen. Ein Jahr nach seinem Sieg beim Ironman 70.3 in Wiesbaden auf derselben Distanz, gelang dem Athleten vom WMF BKK-Team AST Süßen jedoch ein hervorragender 21. Gesamtplatz im Rennen der Männer, welches der Rostocker Weltrekordhalter auf der Langdistanz, Andreas Raelert, gewann.

Die weiteren Ergebnisse unserer Athleten:

  • Michael Dressler 4:42:13h, Platz 126, 5. Platz AK 20-24
  • Luisa Keller 5:02:31h, Platz 29, 5. Platz AK 25-29
  • Katharina Beckert 5:41:06h, Platz 117, 17. Platz AK 25-29
  • Lasse Krause 5:46:04h, Platz 1044, 159. Platz AK 35-39
  • Jennifer Mess 6:09:12h, Platz 197, 28. Platz AK 25-29

Olympische Distanz:

  • Gerald Hönig 2:57:43h, Platzz 296, 2. Platz AK 60-64
  • Stephan Strung 3:16:03h, Platz 465, 60. Platz AK 30-34