2012-07-05
Autor Simon Weißenfels

Showdown in Roth für Julia Gajer am Sonntag

Triathletin des WMF BKK-Team AST Süßen geht am Sonntag beim Challenge-Rennen in Roth als Favoritin an den Start – Judith Mess und Marcus Büchler ebenfalls aussichtsreich vor dem Saison-Höhepunkt in Franken

Bild: Julia Gajer

Im Mekka des deutschen Triathlonsports trifft sich am Sonntag wieder einmal die Triathlon-Elite, um im mittelfränkischen Roth die Langdistanz-Helden auf der traditionsreichen Strecke im Rahmen der Triathlon-EM bei der Challenge Roth zu küren.
Nach Platz 2 bei ihrem Langdistanzdebüt im Vorjahr und ihrem Siegeszug in diesem Jahr, geht Julia Gajer vom WMF BKK-Team AST Süßen als Top-Favoritin ins Rennen und will für den ersten deutschen Sieg bei den Frauen seit 2004 sorgen. Auf den 3,8km Schwimmen im Main-Donau Kanal, den 180km Radfahren durch Franken und dem abschließenden Marathonlauf ist die 29-jährige Profi-Athletin nach ihren Siegen in St.Pölten und im Kraichgau die Frau die es zu schlagen gilt.
Neben Julia Gajer werden unter den mehr als 4000 Startern auch zahlreiche Athleten aus dem Kreis Göppingen starten, hervorzuheben sind hierbei sicherlich Judith Mess und Marcus Büchler.
Während Mess nach ihrem EM-Titel auf der Mitteldistanz bei der Challenge Kraichgau ebenfalls eine Mitfavoritenrolle in ihrer Altersklasse genießt, startet auch Marcus Büchler (ebenfalls WMF BKK-Team AST Süßen) aussichtsreich in das Männer-Rennen. Nach den Top-Favoriten Timo Bracht und Cameron Brown scheint hier eine TOP 15-Platzierung möglich für den Profi-Triathleten aus Donzdorf, der in dieser Saison dem Rennen in Roth alles untergeordnet hatte.

Vor dem Rennen haben wir Julia Gajers Trainer Jochen Frech zum Rennen in Roth interviewt:

Nach vier Siegen in vier Rennen - was macht Julia Gajer in dieser Saison so stark?

Frech: Die Erfolge in diesem Jahr kamen nicht unerwartet. Julia macht seit 5 Jahren Triathlon und die Entscheidung, sich auf Mittel-und Langdistanzen zu spezialisieren fiel erst im Herbst 2010. Seitdem haben wir kontinuierlich die Trainingsumfänge gesteigert. Man darf auch nicht vergessen, dass Julia erst 5 Rennen über die Mitteldistanz und eines über die Langdistanz bestritten hat.
Triathlon ist gleichermaßen ein Erfahrungssport und insofern können wir in der Zukunft noch sehr viel erwarten.

Wie beurteilen Sie das Teilnehmerfeld / Wer sind die großen Gegenspielerinnen von Julia Gajer?

Frech: Fakt ist, dass in Roth - mit nur zwei Ausnahmen - die komplette Weltelite am Start ist. Mit am stärksten einzuschätzen sind Rachel Joyce, Belinda Granger und Lucie Zelenkova-Reed. Aus deutscher Sicht könnte neben Julia Gajer, Sonja Tajsich sehr weit vorne sein.

Welche Bedeutung hätte ein Sieg in Roth für Julia und ihre Karriere?

Frech: Natürlich einen großen Stellenwert. Weniger vielleicht weil das Challenge-Rennen in diesem Jahr gleichzeitig der Austragungsort für die Europameisterschaft in der Triathlon-Langdistanz darstellt, sondern eher, weil Julia am Sonntag gegen die besten Triathletinnen der Welt antritt.

Wie sieht die Renntaktik von Julia aus und wo sehen Sie Julias Stärken im Vergleich zur Konkurrenz in Roth?

Frech: Das werden wir immer wieder gefragt, aber (ohne ein Geheimnis zu verraten) gibt es gar keine spezielle Renntaktik. Julia ist in allen drei Disziplinen sehr gut und in der Lage im abschließenden Marathonlauf unter drei Stunden zu Laufen. Darüber hinaus gilt es, auf die entstehende Renndynamik zu reagieren und sich über die gesamte Distanz nach vorne zu orientieren. Wenn es auf eine Entscheidung beim Laufen hinauslaufen sollte, ist Julia mit Sicherheit am Ende ganz vorne dabei. Das haben die Rennen in St. Pölten und bei der Europameisterschaft über die Mitteldistanz im Kraichgau ganz klar gezeigt.

(Das Interview führte Simon Weißenfels)

Einen Renn-Bericht aus Roth gibt es Sonntag ab 18 Uhr in der ARD-Sportschau.