2013-10-27
Autor Achim Bölstler

Freude am Laufen gefunden

Laufen? Nein danke!

Achim Bölstler schickte uns diese Zeilen, die wir gerne veröffentlichen:

Eine Frau, die ständig völlig ausgepumpt mit hochrotem Kopf vom Steigungen hoch rennen nach Hause kommt und es dann auch noch bei den vermeintlich "Extremen" vom AST Süßen versuchen will. Ich, einer, der das Laufen mit einem Plan aus dem Internet "Von Null auf Halbmarathon in x Wochen" trotzdem versucht, dessen Pulsuhr permanent das obere Limit signalisiert, stelle fest: "Das kann nicht gesund sein!" und lasse das Laufen sein. Irgendwann ist der Kopf der Frau nach dem Laufen nicht mehr so rot, irgendwann beginnt sie vom Lauftreff, den Leuten dort, Betreuer wie Teilnehmer, zu schwärmen. Sie wird lästig damit, ich höre nur noch die Worte "Laufen" und "Läufer". Hartnäckig wehre ich mich gut 2 Jahre gegen das Laufen und gegen die Aufforderungen der Frau, wissend, zur Erhaltung der Gesundheit sollte ich etwas tun. Im August 2011 gab es beim AST Süßen einen "Anfängerkurs". Die Bequemlichkeit ist stärker, ich lasse ihn aus und freue mich aufs nächste Jahr. Neid kommt langsam auf: die Fitness der Frau wird immer besser und, es sind die Sonntagstrainings zu Barbarossa- und Rottachseelauf. Nicht weil ich sonntags bis mittags auf sie warten muss, nein, sie erzählt von Landschaften, von Eindrücken aus unserer Heimat, die mir teils völlig fremd waren.

2012 nehme ich noch einen Hörsturz mit, lasse mich zum Mitgehen auf ein "Parkplatzfest" überreden, lerne Uli (Kielkopf) kennen und fange Ende August 2012 dann endlich im Lauftreff des AST Süßen mit dem Laufen an. Uli und ich laufen zusammen gut 45 Minuten, fast am Stück, nicht zu schnell, aber nur mit wenigen kurzen Gehpausen. Fast fassungslos, dass ein so "gesundes" Laufen möglich ist, mache ich weiter. "Gesund" ist maßgeblich für mich - als Selbständiger möchte ich nicht wegen dem Sport verletzungsbedingt bei der Arbeit ausfallen. Der Funke springt (langsam) über, ich laufe auch ein zweites Mal die Woche. Im Oktober 2012 fahren wir zum Lauf an den Rottachsee. Der Neid auf die Frau wird bei der Anfahrt zum See noch größer: eine traumhafte Gegend. Sie und viele andere dürfen diese herrliche Landschaft "erlaufen" – und ich? Ich muss (noch) zusehen. Das war vollends ausschlaggebend, das will ich auch erleben, ich will im nächsten Jahr dabei sein, ich mache weiter. Behutsam steigern wir (Uli und ich) Tempo und Ausdauer. Der Körper macht störungsfrei mit, keine Arbeitsausfälle, keine Verletzungen. Ein Jahr nach Trainingsbeginn ist es endlich so weit: die Erkundung der Heimat im Sonntagstraining. Und 2 Monate später, wieder im Oktober, bin ich am See, ich bin dabei, ich bin am Start und bin jetzt auch ein "Finisher". Danke Uli.